Frohe Ostern!

Frohe Ostern! Wie ihr seht, hat der Osterhase einen neuen Artikel für euch auf meinem Blog „versteckt“.

 

Seit meinem letzten Blogeintrag ist wieder einige Zeit vergangen. Kann passieren :)

 

Die Wochen gehen derzeit sehr schnell vorbei, vor allem da immer viel zu tun ist. Aber einzelne Verpflichtungen sind echt harte Arbeit. Dazu gehört unter anderem die Lehrerkonferenz, die ich Mitte März besuchen durfte. Von 11 bis 16:30 Uhr wurden wenige relevante, dafür umso mehr irrelevante Themen besprochen. Mädchen dürfen auch weiße Socken tragen, nicht nur graue… Und der Komponist der Schulhymne ist bereits tot. Daher kann man nicht mehr herausfinden, wie die Hymne ursprünglich gesungen werden sollte… Weltbewegend. Natürlich gab es aber auch wichtigere Themen :) Außerdem war Anfang April ein Elternabend, bei dem u.a. alle Lehrer vorgestellt wurden. Auch ich durfte dabei sein :)

 

 

 

Mittlerweile ist die Leichtathletiksaison fast zu Ende. Nach unserem Schulwettkampf, den Zonals und den Regionals stehen Ende April noch die Nationals an, danach spielt Leichtathletik für die meisten Namibianer für mindestens 6 Monate keine Rolle mehr. Auch in unseren Trainingsgruppen merken wir das. Nur in Mondesa kommen weiter viele Kinder zum Training.

 

Nachdem die Zonals vorbei waren, wurde eine unserer Athletinnen für das Regional-Team ausgewählt. Rebecca hat sich für 800m und 1500m qualifiziert. Das war eine schöne Sache für sie. Leider haben die Organisatoren nur 1,5 Stunden Pause zwischen den zwei Events gelassen, keiner weiß warum. In einem guten Rennen hat Rebecca über 1500m den dritten Platz gemacht. Ganz hervorragend. Leider war sie damit nicht zufrieden. Über 800m wollte sie unbedingt gewinnen. Leider ist sie deshalb das Rennen viel zu schnell angegangen. Nach einer Runde ging ihr die Luft aus und sie wurde 5. Besonders schade ist es, da sie die Siegerin bei den Zonals noch geschlagen hat. Bei der Schulversammlung am folgenden Montag war sie dann aber doch stolz auf sich. Und die Bronzemedaille hat sie auch gerne mit nach Hause genommen.

 

Da Vera und ich als Trainer an den zwei Tagen nicht besonders gefordert waren, wurden wir auch als Kampfrichter eingeteilt. Ich durfte als Corner Judge arbeiten. Also habe ich bei allen Läufen darauf geachtet, dass jeder in seiner Bahn bleibt und sich keiner einen Vorteil verschafft. Das Problem ist, dass der Corner Judge in Namibia eher dazu da ist, immer die grüne Flagge hochzuhalten. Eigentlich wollen die Offiziellen nicht wirklich, dass jemand disqualifiziert wird. Prinzipiell sollte ich irgendwann nur noch auf die Plätze eins bis drei achten (super Idee, wenn die Sportler noch 100m rennen mussten, nachdem sie an mir vorbei waren…). Nach einigen Stunden auf dem Wettkampf und komischen Entscheidungen der Kampfrichter bin ich dann nach Hause gegangen und weiß jetzt sicher, welchen Posten ich als Kampfrichter nicht wieder machen werde.

 

Doch natürlich hat Swakopmund noch mehr Leichtathletik zu bieten. NAPSO. Der Leichtathletikwettkampf der Privatschulen. Ich war als Kampfrichter als Place Judge eingeteilt. Zusammen mit einer anderen Kampfrichterin habe ich immer den zweitplatzierten Athleten „eingefangen“ und nach dem Namen gefragt. Zum Glück waren die anderen Kampfrichter nett und wir hatten viel Spaß. So gingen zwei lange Tage schnell um.

 

An dem Wettkampf nahmen auch die Schüler von der PSS (Private School Swakopmund) teil, die ich in den letzten Wochen zusammen mit Ulla trainiert habe. Die Kinder hatten sich circa 8 Wochen nur für diesen Wettkampf vorbereitet. Durch viele gute Leistungen hat sich das ausbezahlt. Und auch den Kindern hat es gezeigt, dass Training sich lohnt. Nun hoffe ich, dass einige von ihnen langfristig zum Training der Swakop Striders kommen. Hoffen kann man ja. Sehr gefreut hat mich, dass Tristan beim Kugelstoßen Bronze geholt hat. Ich habe wochenlang mit ihm trainiert und er war immer 100 Prozent motiviert.

 

 

 

 

In der Schule waren die letzten Wochen dadurch geprägt, dass wir Noten machen mussten. Also haben wir mit den Grades 4 bis 7 zuerst eine Theoriestunde gemacht. In der folgenden Woche mussten die Schüler dann Klausuren schreiben und ein Projekt abgeben. Leider gibt es viele Schüler, die ihre Projekte nicht machen/zu spät abgeben. Nach 2 Wochen haben wir 2 Punkte abgezogen, nach circa 4 Wochen dann 4 Punkte. Immerhin haben mittlerweile die meisten Schüler ein Projekt abgegeben. Alle anderen bekommen keine Punkte. Dann brauchen sie sich aber auch nicht über eine schlechte Note beschweren… Nachdem der schriftliche Teil der Note fertig war haben wir Praxisnoten gemacht. Grade 4 musste Ballweitwurf machen, mit den Grades 5 bis 7 haben wir Sprint und Standweitsprung gemacht. Eigentlich hatten wir das Ziel, dass die „guten“ Schüler am Ende im Stadion ihre Leistungen für das Deutsche Sportabzeichen ablegen können und dann aus Deutschland die Urkunde bekommen. Ulla darf die Leistungen dafür abnehmen. Leider muss man für das Deutsche Sportabzeichen schwimmen. Die meisten Kinder in Mondesa können das leider nicht und auf Nachfrage an den DOSB wurde uns mitgeteilt, dass es auch für Afrika keine Ausnahmen gibt… Ein alternativ vorgeschlagenes Abzeichen können wir hier nicht anbieten, da wir kein Diskus/Hochsprung/Speer/… machen können. Wir sind noch am überlegen, ob wir circa 20 Kinder (die schwimmen können) das Sportabzeichen machen lassen. Für sie wäre es bestimmt super, aber der Gedanke des Sportabzeichens, dass jeder die Möglichkeit bekommen es zu probieren, ist so nicht erfüllt.

 

Mittlerweile schreibt die Upper Primary (Grade 4 – 7) ihre Examen, daher haben wir deutlich weniger zu tun. Außerdem sind die Noten fertig :) So unterrichten wir nur noch die Klassen 2 und 3. Dadurch haben wir nur noch 7 Stunden in der Woche. Daher komme ich auch dazu, diesen Blogeintrag zu schreiben :)

 

 

 

Auch die Wochenenden waren meistens voll. Neben den Leichtathletikwettkämpfen habe ich die Zeit genutzt, das Land zu bereisen/mein Leben zu genießen. Unter 2. fällt auf jeden Fall das Faustballtunier, an dem ich am 01. April teilgenommen habe. Gemeinsam mit 3 anderen vom SFC bin ich samstagmorgens um 4:20 Uhr Richtung Windhoek aufgebrochen. Unser erstes Spiel war für 8:30 Uhr angesetzt. Wir waren zwar pünktlich, aber auch etwas müde. Daher bin ich auch ein paar mehr Runden warmgelaufen… Das gute an der namibischen Sonne ist aber, dass sie einen auch aufwärmt. Wir hatten 3 Spiele. Das erste haben wir 4:1 verloren. Durch den einen Punkt haben wir aber einen Zusatzpunkt für die Gesamtabrechnung erhalten. Leider war der Platz sehr schlecht und daher kam kein wirkliches Spiel zustande. Manchmal ist der Ball 3 Meter hochgesprungen, an anderen Stellen nur 30 Zentimeter. Dadurch ist der Spaß am Spiel ein bisschen verloren gegangen… Das zweite Spiel haben wir mit 4:2 gewonnen. Wir haben zwar nicht sehr gut gespielt, aber es hat gereicht. Unser größtes Problem an dem Wochenende war, dass unsere besten Spieler keine Zeit hatten. Dafür haben wir aber gegen die stärksten Teams der Liga gespielt. Das war alles für uns eher nicht vorteilhaft :( Das 3. Spiel mussten wir wieder gegen SKW2 spielen, gegen die wir am Morgen schon 4:1 verloren hatten. Unser Ziel, wieder einen Satz zu gewinnen, konnten wir leider nicht erreichen und haben glatt 4:0 verloren. Glücklich über den Verlauf waren wir nicht, aber beim nächsten Turnier wird es bestimmt wieder besser. Am Abend hatte Cohen (der veranstaltende Verein) halbe Hähnchen und Kartoffelsalat organisiert. Ein guter Abschluss für den Tag. Geschlafen haben wir dann beim DTS, einem anderen Verein aus Windhoek. Sonntagmorgen sind wir dann zurück nach Swakop.

 

 

 

Ende März hatten wir eine Woche lang schulfrei. Am 21. März war Unabhängigkeitstag und die gesamte Woche lang waren die staatlichen Schulen geschlossen. Die freie Zeit musste natürlich genutzt werden. Zusammen mit Vera und Kilian bin ich für 3 Tage in den Urlaub gefahren. Immer an der Küste lang sind wir nach Norden. Wir haben bei Meile 108 gecampt. Der Platz ist ganz schön, aber mit circa 100 Stellplätzen sehr groß. Zu unserer Zeit waren zum Glück nur 2 weitere Autos anwesend. Wir haben die Sonne genossen und abends haben wir gebraait. Am nächsten Tag sind wir dann durch den Skeleton Coast National Park gefahren. Es war sehr beeindruckend. Unendliche Weiten, Meer und ein paar kaputte Schiffe und Maschinen. Irgendwann haben wir in Richtung Landesinnere abgedreht und sind zu unserem Campingplatz gefahren. Leider ist einer unserer Reifen auf dem Weg kaputt gegangen und wir mussten noch circa 150 Kilometer extra fahren, um einen neuen Reifen zu kaufen. Das ist Namibia :) Am nächsten Morgen sind wir dann nach Twyfelfontain gefahren. Dort gibt es sehr alte Felsmalereien. Obwohl ich vor einigen Jahren schon einmal dort war, war es immer noch beeindruckend. Nach einer schönen Wanderung vorbei an den ganzen Kunstwerken sind wir wieder ins Auto und wollten zum Brandberg fahren. Dummerweise haben wir zweimal versucht Straßen zu benutzen, die wir mit unserem Auto nicht befahren konnten. Eine Straße war überschwemmt und die andere in einem sehr schlechten Zustand. Nach ein paar Umwegen haben wir dann die Hauptstraße genommen. Leider hatten wir viel Zeit verloren und es hat nicht mehr für einen Besuch beim Brandberg gereicht. Also sind wir direkt zurück nach Swakop gefahren. Dort angekommen sind wir von der Hitze überrascht worden. Mehrere Tage lang hatten wir über 40 Grad in Swakop und keiner wollte mehr vor die Tür gehen. Zum Glück hatten wir in der Zeit keine Schule, die Kinder hätten bestimmt die ganze Zeit über die Temperaturen geheult :)

 

Vorletztes Wochenende bin ich dann wieder nach Windhoek gefahren. Ich habe bei Debo und Jakob übernachtet, die eine schöne kleine Wohnung in Windhoek haben. Abends sind wir noch auf den Nachtmarkt gegangen, der in der Nähe ihrer Wohnung alle zwei Wochen stattfindet. Es war richtig gemütlich dort. Wir haben lange auf einer Terrasse gesessen und den Abend genossen. In Windhoek ist es auch noch warm genug, um draußen zu sitzen. Am Samstag bin ich dann morgens in die Stadt gegangen und habe an einem Stadtrundgang teilgenommen. Der war ganz schön, aber der Guide war ein bisschen unmotiviert. Immerhin habe ich zwei deutsche Touristen kennengelernt, mit denen ich dann noch ein paar Stunden verbracht habe. Wir haben den besten Kaffee Namibias getrunken und das beste Eis gegessen (OK, ich habe Eis und Kakao genommen). Danach haben wir einem deutschen Musiker zugehört, der im Cafe gespielt hat. Er war für den Tag der offenen Tür des Goethe Instituts nach Namibia gekommen und nutzte seine freie Zeit, um weiter Hörer zu erreichen. Er hat Beatboxing gemacht und mit eine Loopstation noch weitere Instrumente beigefügt. Er war wirklich gut und hat ein paar Einheimische zu einem „Rapbattle“ aufgefordert. Das war echt beeindruckend. Danach haben sich die Wege von mir und den Touristen getrennt. Ich bin dann noch ins Independence Museum gegangen. Leider hat es geregnet und ich konnte den Ausblick nicht genießen. Danach bin ich dann zum Goethe Institut zum Tag der offenen Tür gegangen. Abends bin ich dann zum JuKa, dem Jugendkarneval des SKW, gegangen. Leider waren wir ein bisschen spät und das Programm auch nur eineinhalb Stunden lang. Auch gab es keine Karnevalsmusik (nicht das ich die gut finde, aber die erwartet man natürlich bei einer solchen Veranstaltung), sondern „aktuelle“ Charts. Auf jeden Fall war es aber eine lustige Erfahrung. Sonntag ging es dann zurück nach Swakop. Und plötzlich wurde es um uns herum immer dunkler und es hat geregnet. Nicht nur ein bisschen. Es war echt super und alle waren glücklich. Nur die Straße, auf der wir gefahren sind, wurde ein bisschen weggespült. Aber Regen in Namibia ist immer eine schöne Sache.

 

An diesem verlängerten Osterwochenende waren Freiwillige aus Windhoek bei uns. Wir haben ein paar schöne Tage verbracht. Leider war das Wetter nicht so toll und wir haben es nicht so lange am Strand ausgehalten. Außerdem muss man mittlerweile in Swakop am Abend lange Sachen tragen, ansonsten erfriert man. Ich hoffe, dass ich die nächsten zwei Monate überlebe. Nach 2 mal Sommer stehen für mich jetzt zwei Winter an. Bis in einem Jahr werde ich nur Winter, Herbst, Winter und Frühling haben :(

 

Außerdem fand an diesem Wochenende der Newspaper Cup statt. U20 Teams aus allen Regionen Namibias haben gegeneinander gespielt. Erongo (die Region, in der Swakop liegt) hat leider im Finale verloren und ist nur 2. geworden. Trotzdem war die Stimmung gut und ich habe viele Schüler und Lehrer getroffen. Als besonderes Ereignis hat am Sonntag die namibische U20 Frauenmannschaft gegen die U20 Mannschaft von Erongo gespielt. Die Torhüterin aus der Mannschaft, die ich freitags im DRC trainiere, stand für Erongo im Tor. Leider war die namibische Nationalmannschaft deutlich stärker und sie hat 7 Tore kassiert… Aber trotzdem war es eine gute Erfahrung für sie und ihre Leistung war insgesamt gut.

 

 

 

Das war es jetzt erstmal an Neuigkeiten. Der nächste Blogeintrag kommt bestimmt :) Vielleicht sogar schneller als erwartet…

 

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