African Queens!

Bei meinem letzten Blogeintrag ist mir aufgefallen, dass ich noch nicht viel über meine neuste Nebenbeschäftigung erzählt habe. Fußball! Ok, es ist keine Neuigkeit, dass ich Fußball mag. Mittlerweile spiele ich auch in einer Freizeitmannschaft des SFC. Aber seit knapp 2 Monaten trainiere ich auch eine Mädchenfussballmannschaft. Immer freitags fahre ich ins DRC (Democratic Resettlement Community) und mache von 4 bis 6 Fitnesstraining. Ich habe das Freitagtraining übernommen, da die beiden Gründer des Vereins es zeitlich nicht mehr schaffen, jeden Tag das Team zu trainieren. Ansonsten wäre mindestens eine Trainingseinheit weggefallen. Und die Fitnesseinheit schadet den Mädchen auch nicht :)

 

Die Mannschaft heißt African Queens und wurde vor circa 2 Jahren von zwei Brüdern (Jackson und Alex) gegründet. Sie trainieren ein Mädchenteam (African Queens) und ein Jungenteam (African Kings). 5 mal in der Woche bieten sie Training im DRC an. Das Mädchenteam spielt in der Swakopmund Women Soccer League. Diese Liga besteht aus 10 Teams welche aus Swakopmund und Arandis kommen. Die aktuelle Saison ist vor drei Wochen zu Ende gegangen und der Trainingsanfang für die nächste Saison ist im Juni. Dann soll das Team auch bei Galz and Goals, einem Mädchenfußballprojekt des namibischen Fußballverbands, mitspielen.

 

 

 

Ein Problem des Vereins ist, dass er über keine Sponsoren und Gelder verfügt. Daher besitzt der Verein nur einen Ball und neun Trikots, die zwei Jahre alt sind und bereits mehrfach geflickt wurden. Aktuell versuche ich deshalb neue Trikots für die nächste Saison zu bekommen (leider haben bisher alle angeschrieben Vereine nicht helfen können). Wenn irgendjemand diesen Blog liest und einen Satz (gerne auch benutzte Trikots) im Schrank hat, immer her damit :) Den Transport nach Namibia organisiere ich gerne selbst. Und welcher deutsche Verein kann schon sagen, dass mit seinen Trikots sogar in Namibia gespielt wird :)

 

 

 

Die Mannschaft trainiert im DRC, dem lange Zeit illegalen Township von Swakopmund. Erst seit ein paar Jahren hat die Stadt das Gebiet als Wohngegend anerkannt und begonnen, in das Viertel zu investieren. Mittlerweile baut sie zwar Häuser aus Stein, aber Wellblechhütten und „Häuser“ aus Planen bestimmen das Bild. Die Preise für die Steinhäuser sind zu hoch für viele der Bewohner und stehen daher teilweise leer. In den letzten Jahren hat die Stadt aber begonnen, die Lebensqualität im DRC zu erhöhen. Daher werden die Straßen befestigt und Wasser- sowie Stromleitungen verlegt. Das alles ändert aber nichts daran, dass das DRC bis heute die ärmste Ecke von Swakopmund ist und viele Menschen eine für mich schwer ertragbare Lebenssituation haben. Aber einen großen Vorteil hat das DRC. Der Flugplatz von Swakopmund liegt direkt daneben und so kann man immer kleinen Privatmaschinen beim Landen zuschauen :)

 

 

 

Das Training findet auf einem großen Sandplatz statt. Dieser hat zwei Tore und bietet alles notwendige, um zu trainieren. Es gibt nur zwei „kleine“ Probleme. Erstens liegen Steine unterschiedlicher Größe überall auf dem Platz. Und zweitens, das größere Problem, führen 3 Straßen quer über den Platz. Während des Spiels kann es so durchaus dazu kommen, dass ein Taxis oder ein Bagger quer über den Platz rollt. Das Taxi hat da aber den großen Vorteil, dass es viel schneller wieder weg ist… Unser absolutes Highlight waren 5 Bagger, die im Konvoi gefahren sind. Wir hatten eine Spielunterbrechung von gefühlt 5 Minuten ;)

 

 

 

Die African Queens zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus besonders jungen Spielerinnen besteht. Während die anderen Mannschaften im Schnitt zwischen 16 und 17 Jahre alt sind, sind die meisten Spielerinnen der African Queens unter 15. Es sind auch ein paar 10 Jährige dabei. Nur unsere Torhüterin und 1-2 unregelmäßig trainierende Frauen sind älter. Um die dadurch entstehenden Nachteile zumindest etwas auszugleichen, wurde ich gebeten, einmal in der Woche Fitnesstraining mit den Mädchen zu machen. Das passt besonders gut, da ich durch die Leichtathletik viele Trainingsmethoden kenne. Also lasse ich sie rennen, springen und Kraftübungen machen. Mittlerweile habe ich auch die faulsten Spielerinnen zum Laufen bekommen. Und die ersten kleinen Erfolge sieht man auch schon…

 

 

 

Unsere Torhüterin ist eine der besten in der Region (die beste!) und hat am letzten Wochenende auch das Tor der Regionalauswahl gehütet. (Das freut mich besonders für sie, da sie immer motiviert ist und mittlerweile auch mal ein Training alleine leitet.) Das Team Erongo hat zwar 7:0 verloren, aber immerhin war sie dabei. Und die Tore gingen nicht nur auf ihre Kappe, das ganze Team war einfach nicht gut genug ;)

 

 

 

Auf jeden Fall ist es eine lustige Truppe und wir haben immer viel Spaß beim Training. Nur der Trainingsfleiß mancher Spielerinnen könnte besser sein… Aber immerhin kommen sie meistens zum Training, auch wenn ihre Gesichert bei den Worten Rennen und Springen eher nach Weltuntergang aussehen ;) Mir macht die Arbeit aber trotzdem sehr viel Spaß, besonders die leidenschaftlich Fußball spielenden Mädchen machen jedes Training zu einem besonderen Erlebnis.

 

 

 

Das war es dann auch mit dem (kurzen) Eintrag über die African Queens. Bilder gibt es erst, wenn das Team neue Trikots hat. Bis dahin müsst ihr warten! Also strengt euch an ;)

 

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