Urlaub Teil 1

Fast den gesamten Mai waren in Namibia Schulferien und ich habe sie genutzt. Ich hatte einen wunderschönen Urlaub und möchte natürlich auch von dieser Seite meines Jahres in Namibia berichten.

 

 

Am 05. Mai ging es los nach Windhoek und danach den weiten Weg in den Norden, zum Caprivi Streifen. Dabei habe ich sofort wieder die unglaubliche und unendliche Weite Namibias „zu spüren bekommen“. Man kann fast 2 Tage fahren, ohne an eine Landesgrenze zu kommen, man kann stundenlang unterwegs sein, ohne einen Menschen zu sehen (ok, auf den Hauptstraßen sieht man immer mal wieder ein paar Autos…). Irgendwann hatten wir es dann bis in die Nähe von Rundu geschafft, auf einen Campingplatz am Kavango. Nach der ganzen Zeit zwischen Wüste und Meer war es mal wieder schön, einen Fluss und vor allem viele grüne Pflanzen zu sehen. Einfach eine ganz andere Vegetation. Daher musste die Landschaft natürlich bei einer Bootstour erkundet werden. Krokodile und Nilpferde haben wir nicht gefunden, dafür aber eine wunderschöne Landschaft und eine unglaubliche Atmosphäre.

 

Natürlich bin ich nicht nur für die Vegetation in den Norden, sondern auch für viele Tiere. Daher haben wir unsere Suche früh gestartet und sind in das Mahango Game Reserve gefahren. Wir haben Antilopen, Giraffen, Büffel, Elefanten… gesehen. Auch eine recht große Schildkröte ist uns über den Weg gelaufen. Mahango ist wirklich schön und ist zu großen Teilen auch mit kleinen Fahrzeugen befahrbar. Trotzdem konnten wir auch den 4x4 standesgemäß nutzen und in den anderen Teil des Parks fahren. Dort haben wir ein paar Elefanten aus der Nähe gesehen. Sie waren sehr nah. Einer tauchte auf einmal hinter einem Busch auf… (ja, auch Elefanten können sich verstecken ;)

 

Einschub: In diesem Jahr hat es in Namibia sehr viel geredet. Für das Land war es richtig gut. Viele Stauseen sind wieder voll und die nächsten paar Jahre ist die Wasserversorgung hoffentlich erstmal sichergestellt. Eine Folge des Regens ist aber, dass das Gras überall sehr hoch gewachsen ist. Mittlerweile schon recht ausgetrocknet und gelb, aber immer noch sehr hoch. Kleinere Tiere und vor allem die Raubkatzen konnte man so fast nicht finden. Elefanten haben aber meistens oben herausgeschaut :)

 

 

 

Abends habe ich mir noch die Popa Falls angeschaut. Sie sind in jeder Karte eingezeichnet, aber ein riesiger Witz… Jeder Bach bei mir zu Hause hat größere „Wasserfälle“. Echt putzig. Am nächsten Tag sind wir schnell weiter gefahren, in dem Bwabwata National Park. Unser Campingplatz war im Nationalpark auf der westlichen Seite des Kwando. Das sogenannte „wilderness camp“ hat sich dadurch ausgezeichnet, dass nachts auch mal Hippos, Hyänen und ein Gepard die Camper besuchen. Bei einem abendlichen Gamedrive haben wir viele Elefanten gesehen. Leider waren die meisten anderen Tiere abwesend. Abends gab es dann ein hervorragendes Abendessen über den weiten Flächen am Kwando. Die Nacht haben wir sicher im Dachzelt unseres 4x4 verbracht. Kein Tier hat uns dort oben besucht.

 

Der nächste Tag hat uns nach Katima Mulilo geführt, ein Zwischenstopp vor dem Grenzübertritt nach Botswana. Der Grenzübertritt am nächsten Morgen war verblüffend einfach und ging schnell vonstatten. Also konnten wir früh unseren Campingplatz belegen. Er war wunderschön am Chobe gelegen, genauer an seinen Überschwemmungsflächen. Der Gamedrive am Nachmittag hat uns dann in den Chobe gebracht. DEN CHOBE! Allein der Name macht Lust auf mehr. In drei Stunden haben wir Giraffen, Elefanten, Antilopen, Büffel und was weiß ich noch alles gesehen. Es war faszinierend. Man fährt am Fluss entlang und beobachtet die verschiedenen Tiere bei ihrem Weg zum Wasser. Oder die Adler hoch oben auf ihren Ästen. Die Rückfahrt haben wir durch das „Landesinnere“ angetreten. Außer ein paar Geiern und Marabus haben wir keine Tiere gesehen. Diesen haben wir beim Verspeisen eines Elefanten zugeschaut. Sie waren fast fertig. Danach ist unser Guide weiter wie ein Verrückter gerast. Bei einem kurzen Zwischenstopp sind uns frische Löwenspuren aufgefallen, kein Grund für den Guide langsam zu fahren. Ein paar Kurven weiter sprangen dann auf einmal 4 verschreckte Löwen in das Unterholz. Wir hätten sie im wahrsten Sinne des Wortes beinahe überfahren… Danach saßen sie panisch im Gras und unter Büschen. Dadurch konnten wir immerhin schöne Fotos machen :) Zum Abendessen haben wir dann richtig schön gebraait (Nein, keinen der Löwen, die haben alle überlebt).

Den nächsten Tag haben wir genutzt, um den Chobe mit dem eigenen Auto zu erkunden. Morgens rein und erst am Nachmittag wieder raus. Wir haben den Tag genutzt. Es gab wieder sehr viele Tiere zu sehen und es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, die ganzen wilden Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Während man in einem Zoo von außen auf die Tier schaut, schauen die Tiere einen hier selbst an. Und man hofft, dass sie noch nicht zu schlechte Erfahrungen mit einem Auto gemacht haben… ;) Zum Glück haben die meisten Tiere vor Autos so viel Respekt, wie die Besucher vor den Tieren haben sollten. Manche drehen auch schon ab, wenn sie ein Auto nur hören. Andere schauen sich das Auto kurz an und fressen dann weiter. Man stellt einfach den Motor ab und schaut zum Beispiel Giraffen beim Fressen zu. Noch faszinierender ist es nur, wenn Giraffen trinken oder rennen. Beim Trinken müssen sie ihre Vorderbeine spreizen, um überhaupt ans Wasser zu gelangen. Rennende Giraffen sehen so aus, als würden sie sich in Zeitlupe bewegen. Dabei können sie aber echt schnell werden. Gegen Mittag haben wir dann riesige Elefantenherden getroffen, auf ihrem Weg zum Fluss. Der Chobe ist bekannt für seine riesige Elefantenpopulation, aber so viele habe ich nicht erwartet. Irgendwann waren hinter jedem Baum Elefanten, ständig welche auf der Straße beim Fressen. Insgesamt standen wir bestimmt 1,5 Stunden im „Stau“, weil Elefanten die Straße versperrt haben. Da die großen grauen Wesen zu den wenigen Tieren gehören, die sich auch mal mit einem Auto anlegen, lässt man sie lieber in Ruhe und wartet, bis sie den Weg freigeben. Zwischenzeitlich sind wir ans Ufer vom Chobe gefahren und haben dort circa 100 Elefanten gesehen. Es war unglaublich! Verschiedene Gruppen, alle Altersgruppen und ständig kamen neue Elefanten aus dem Gebüsch. Faszinierend! Für den Rückweg haben wir dann eine Straße weiter vom Fluss entfernt genommen und in 1,5 Stunden kein einziges Tier gesehen. Auch eine interessante Erfahrung im Chobe ;)

 

Für den nächsten Tag war etwas ganz besonders geplant, ein weiteres Highlight des Urlaubs. Früh morgens wurden wir von einem Shuttle abgeholt und es ging zur Grenze nach Simbabwe. Nachdem wir unser Visum hatten ging es weiter nach Victoria Falls, der Stadt an den Victoria Fällen. Man konnte die Gischt der Wasserfälle schon von weitem sehen. Nach einem kurzen Spaziergang waren wir am westlichen Ende der Fälle und konnten den ersten Blick auf diese riesigen Wasserfälle erhaschen. Wasser, Wasser, Wasser. Überall Wasser. Und einen Großteil der Fälle konnte man noch nicht einmal sehen, da die Gischt den Blick versperrt hat. Wir sind also gemütlich auf simbabwischer Seite gegenüber der Wasserfälle gelaufen und haben dieses beeindruckende Spektakel genossen. Und ich wurde richtig nass dabei. Die aufsteigende Gischt kommt circa 50 Meter von den Wasserfällen entfernt als Regen wieder runter. Dadurch ist dort ein Regenwald entstanden und die Besucher werden ordentlich geduscht. Eine „ganz neue Erfahrung“, nach dem es in den letzten neun Monaten nur 3 mal „geregnet“ hat und das immer nachts. Nach diesem vielen Eindrücken sind wir noch auf die Brücke zwischen Sambia und Simbabwe gelaufen. Danach ging es nach einem kurzen Essensstop zurück nach Botswana. Kurzfristig haben wir uns noch für eine Bootstour auf dem Chobe entschieden. Die richtige Entscheidung, Wir haben Nilpferde und Elefanten beim Grasen im Fluss beobachtet und viele weitere Tiere gesehen. Da die meisten anderen Touristen auf dem Boot große Fans von Vögeln waren, musste alles mit Federn genau inspiziert werden. Das war interessant, da ich mich von mir aus nie so intensiv mit den Tieren beschäftigt hätte. Manchmal war es nur schwer den Guide dazu zu bringen, auch für Tiere ohne Flügel zu stoppen :)

Danach sind wir nach Nata und zur Makgadikgadi Pan gefahren. Die Pans sind große weiße Flächen, sonst nichts. Soweit das Auge reicht: Nichts. Soviel zur Theorie. Durch den Regen in diesem Jahr waren einige der Pans komplett mit Wasser überschwemmt. Laut Guide maximal 1,5m tief, dafür aber bis zum Horizont. Sehr beeindruckend. Dummerweise hat das ganze Wasser auch die Hauptstraße zwischen Nata und Maun überschwemmt, zum Glück gab es eine gute Umfahrung (für einen 4x4).

Kommentar schreiben

Kommentare: 0